Die
wahre Liebe
Seit Jahrhunderten ist der Mensch
auf der Suche nach der „wahren Liebe“. Grosse Schriftsteller haben diesen
Ausdruck beschrieben, die Filmindustrie hat dieses Thema in unzähligen Werken
abgehandelt und auch die Wissenschaft hat nach Erklärungen gesucht. Aber was
bedeutet „wahre Liebe“ wirklich?
Wahre Liebe bedeutet Ehrlichkeit,
Verständnis, Verbundenheit, Zuwendung, Geborgenheit, Hoffnung, Zukunft –
kurz: das Gefühl, zu Hause zu sein, sich nicht verstellen zu müssen, um dem
Anderen zu gefallen. Wirklich zu lieben bedeutet aber auch Kritik, wenn es nötig
ist, dem Partner zu helfen, wenn er sich auf seinem Weg „verlaufen“ hat.
Diese Art von Liebe ist mit dem
„Verliebt sein“ nicht zu vergleichen; und dennoch ist sie diesem Zustand
so ähnlich. Frisch verliebt zu sein ist ein wunderschöner Zustand, der aber
leider nur sehr selten länger anhält. Die berühmte rosa Brille fällt ab,
die Schmetterlinge im Bauch hören auf zu flattern, der Alltag kehrt ein. Und
was passiert dann? Jene Gewohnheiten und Eigenheiten des Partners, die noch
vor ganz kurzer Zeit so sensationell und einzigartig waren, werden nervig, ja
zum Teil sogar unangenehm. Das glockenhelle Lachen wird plötzlich schrill,
die Bartstoppeln im Waschbecken, die man erst liebevoll und ohne Worte
beseitigt hat, werden zum schier unüberwindlichen Hindernis, usw. In vielen
Beziehungen stirbt die Liebe durch die Sprachlosigkeit. Man hat sich nichts
mehr zu sagen, die Beziehung wird langweilig und ereignislos. Es kommt zu
kleineren und in weiterer Folge immer grösseren Auseinandersetzungen;
letztendlich ist die Liebe und damit auch die Beziehung vorbei.
In der wahren Liebe vergeht das Gefühl
des „Verliebt seins“ nicht, es schwächt sich nicht ab, sondern es wird stärker,
intensiver. Sehr viele Paare, die ihre wahre Liebe gefunden haben, berichten,
dass die Partnerschaft aus einer oftmals schon länger andauernden
Freundschaft entstanden ist.
Die wahre Liebe ist vielschichtig;
und dennoch ist sie so einzigartig. Sie ist bedingungslos, fordert nicht,
vergleicht nicht, erwartet nicht. Sie ist dieses ganz große, intensive Glücksgefühl
in uns, wenn wir an den geliebten Menschen denken, ihn ansehen, oder ihn berühren.
Sie ist ein Gefühl, das niemals vergeht; nicht in guten und nicht in
schlechten Tagen.
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