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Emotionale Schmerzen

 

Wer kennt sie nicht - die kleine, banale Meinungsverschiedenheit um Kaisers Bart? Jedes Mal nimmt man sich vor, das nächste Mal anders zu handeln; und was passiert beim nächsten Mal? Es läuft genauso ab wie all die vorangegangenen Male. Der Grund ist denkbar simpel – es sind emotionale Schmerzen, die uns im Laufe unseres Lebens geprägt und uns veranlasst haben - zum Teil unbewusst, zum Teil sehr bewusst - Verhaltensmuster zu kreieren, nach denen wir nun leben. 

Wie kommt es zu emotionalen Schmerzen? Emotionale Schmerzen werden uns auf verschiedenste Art und Weise zugefügt, sei es z.B. die Trennung der Eltern, die bei einem Kind automatisch Schuldgefühle auslöst, sei es ein Beziehungspartner, ja selbst wildfremde Menschen können uns emotional verletzen. Der erste große emotionale Schmerz, mit dem ausnahmslos jeder Mensch konfrontiert wird, ist jener der Geburt. Wir müssen unsere warme, schützende Umgebung verlassen und begeben uns – unfreiwillig -  die kalte und laute Welt. Ab diesem Moment kommt immer wieder ein Stück dazu 

Emotionale Verletzungen beeinflussen unser Denken, unser Handeln, das Miteinander innerhalb der Gesellschaft – ja auch unser Gefühlsleben wird beeinflusst. Der Grund dafür ist, dass emotionale Verletzungen ebenso prägen wie körperliche Schmerzen: hat man die heiße Herdplatte berührt und sich verletzt, wird man künftig vorsichtiger sein. Ebenso verhält es sich mit emotionalen Schmerzen. Hier beginnen wir, diese bereits genannten Verhaltensmuster zu kreieren, die unser Unbewusstes wie die Knöpfe eines Schaltpults bedient. 

Verhaltensmuster können die unterschiedlichsten Auswirkungen haben, je nachdem, wie schwerwiegend sie für den jeweiligen Betroffenen sind bzw. wie die Grundstruktur des Menschen beschaffen ist. Die Palette ist vielfältig, sie reicht von „Angriff ist die beste Verteidigung“ bis zu Frust, Resignation und Selbstzerstörung (z.B. durch Alkohol oder Drogen). 

Natürlich sind Verhaltensmuster nicht nur der Schutz vor Verletzungen. Während unserer Kindheit und Jugend, ja selbst teilweise auch noch im Erwachsenenalter übernehmen wir viel vom Verhalten, das unsere Bezugspersonen (z.B. die Eltern) uns vorgelebt haben. Dass Teile dieser Prägungen positiv sind, ist nicht von der Hand zu weisen – wir profitieren von der Erfahrung der Eltern. Allerdings gibt es auch negative Teile – denn auch unsere Eltern haben Verhaltensmuster aufgrund negativer Erfahrungen kreiert, die sie auch an ihre Kinder weitergeben. 

Die zweifellos schwersten Verletzungen fügt im Allgemeinen der Beziehungspartner zu; und zwar deshalb, weil hier in erster Linie Herz und Gefühle betroffen sind. Werden diese Gefühle verletzt, so geht dies meist sehr tief. Man beginnt, diese Verletzungen zu bunkern. Dies ändert sich auch durch eine neue Beziehung nicht. Die Verletzungen bleiben und wenn der neue Partner verletzt, so tritt der „alte“ Schmerz aus der vorangegangenen Beziehung hervor. Das Resultat – Vorwürfe, Vergleiche mit früheren Partnern, Streit und womöglich erneute Trennung. 

Sie werden jetzt vielleicht sagen: Menschen verletzen und werden verletzt – so ist das Leben – ein ewiger Kreislauf. Sie haben vollkommen recht – ABER: man muss nicht zwangsläufig mit emotionalen Schmerzen leben. Man kann sie bearbeiten, loslassen und sich einer neuen Zukunft zuwenden. Einer Zukunft ohne emotionale Belastung, einer Zukunft der inneren Freiheit.

 

 






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