|
Mein
Name ist Angelika, ich wurde am 11.1.1967 in Wien geboren.
Aufgewachsen
bin ich als sogenanntes „behütetes“ Mädchen in einer kleinen Ortschaft
ausserhalb von Wien. Als ich noch sehr klein war, war ich das, was man
im allgemeinen als etwas sonderbar bezeichnet. Ich war sehr introvertiert,
hatte zwar Kontakt mit anderen Kindern (die Familie meiner Mutter ist sehr
kinderreich), war aber lieber allein. So konnte ich viel besser meinen
Gedanken nachhängen. Sobald ich lesen konnte, habe ich Bücher geradezu
verschlungen. Am meisten galt mein Interesse der Spiritualität; in dieser
Welt war ich frei von Zwängen und Konventionen. Sehr schnell habe ich
gelernt, nicht ich über diese Dinge zu sprechen, denn sie wurden ins Reich
der Phantasie verwiesen und als Hirngespinst abgetan. Somit habe ich aufgehört,
zu sagen, was ich „sehen“ konnte. Im Grunde genommen war diese Fähigkeit
in dieser Zeit fast ein Fluch für mich.
Durch
ein traumatisches Erlebnis im frühen Erwachsenenalter konnte ich meine
intensiven Intuitionen für lange Zeit auf ein
Mindestmaß reduzieren. Ich war zwar nach wie vor die geduldige Zuhörerin,
die gute Ratschläge gab (die auch gerne angenommen wurden), aber das war es
auch schon wieder. Erst als ich Peter kennengelernt habe, waren all meine
Intuitionen wieder da.
Obwohl
ich mich anfangs sehr dagegen gesträubt habe – immerhin war meine Kindheit
damit „belastet“ gewesen – konnte ich nichts mehr verdrängen, denn
meine Empathie begann, ein sehr intensives Eigenleben zu entwickeln, das
manchmal auf geradezu aufdringliche Art und Weise Beachtung einforderte.
Heute
lebe ich sehr gut mit der Empathie. Ich habe im Laufe der letzten Jahre
gelernt, sie als Teil von mir anzunehmen, zu kontrollieren, zuzuordnen und zu
deuten, denn mir ist ein sehr wichtiger Punkt klar geworden: diese Gabe ist
nicht nur für mich, sondern auch für all die Menschen bestimmt, die sie
nutzen wollen.
Nach
wie vor bin ich „Lernende“. Jeder Tag bringt neue Eindrücke und
Erfahrungen. Jeder Tag zeigt, wie unterschiedlich und doch ähnlich die
Schicksale der Menschen ablaufen. Und jeder Tag zeigt, wie sehr wir Menschen
oft mit unserem Schicksal hadern, obwohl es uns nach einer Talfahrt wieder den
Berg hoch hilft. Es ist eine Faszination, der man sich nur sehr schwer
entziehen kann.
|
|